Elektriker aus dem EU-Ausland in Deutschland: Was Unternehmen wissen müssen
Wenn Unternehmen aus einem EU-Mitgliedstaat in Deutschland elektrische Arbeiten ausführen möchten, gelten dafür klare gesetzliche Vorgaben. Die EU-Dienstleistungsfreiheit erlaubt es zwar, grenzüberschreitend tätig zu werden – aber in sicherheitsrelevanten Bereichen wie der Elektrotechnik gibt es nationale Anforderungen, die zwingend einzuhalten sind.
1. Dienstleistungsfreiheit mit Grenzen
Gemäß Artikel 56 AEUV dürfen Unternehmen aus EU-Staaten ihre Dienstleistungen auch in Deutschland anbieten, ohne hier eine Niederlassung zu gründen. Für die Elektrotechnik gilt jedoch:
Sobald an elektrischen Anlagen gearbeitet wird, greifen deutsche Sicherheits- und Qualifikationsvorschriften. Ziel ist der Schutz von Menschen und Anlagen – und das lässt der Gesetzgeber nicht verhandelbar.
2. Registrierung nach § 13b Handwerksordnung (HwO)
Wer in Deutschland ein zulassungspflichtiges Handwerk – etwa das Elektrotechniker-Handwerk – vorübergehend ausübt, muss sich bei der zuständigen Handwerkskammer registrieren.
Voraussetzungen sind u. a.:
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Nachweis einer entsprechenden Qualifikation (z. B. Meister oder gleichwertiger Abschluss),
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eine tatsächliche Niederlassung im EU-Ausland,
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sowie Berufserfahrung im betreffenden Gewerk.
Erst nach erfolgreicher Eintragung in das Verzeichnis der grenzüberschreitenden Dienstleister darf das Unternehmen eigenständig Aufträge in Deutschland ausführen.
3. Fachliche Anforderungen an eingesetzte Elektriker
Selbst wenn die Elektriker im Heimatland voll zertifiziert sind, müssen sie bei Einsätzen in Deutschland nachweisen, dass sie die hiesigen Sicherheitsvorschriften kennen und anwenden können. DIes muss vollständig dokumentiert sein.
Dazu zählen insbesondere:
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DIN VDE 0100 und VDE 0105,
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DGUV Vorschrift 3,
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Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV),
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Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG).
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sicherzustellen, dass seine Mitarbeitenden über das nötige Verständnis dieser Normen verfügen – auch sprachlich.
4. Praxislösung: Fachkunde nach VDE 1000-10 erhalten
Genau hier setzt unser Kurs „Erhalt der Fachkunde nach VDE 1000-10“ (Mandatory Maintaining Professional Competence) an.
Die Schulung vermittelt praxisorientiert die aktuellen Anforderungen an Elektrofachkräfte nach deutschem Recht von uns als deutschlem, etablierten Qualifizierungsunternehmen – einschließlich der relevanten VDE- und DGUV-Vorschriften.
Ein besonderer Vorteil:
Wir bieten diesen Kurs nicht nur auf Deutsch, sondern auch in Englisch, Slowakisch sowie – bei Bedarf – mit Übersetzer auf Polnisch oder in weiteren Sprachen an.
Damit können EU-Unternehmen sicherstellen, dass ihre Elektriker alle gesetzlichen Anforderungen erfüllen – fachlich, sprachlich und dokumentiert.
5. Fazit
Die Entsendung von Elektrikern nach Deutschland ist rechtlich möglich, aber an klare Bedingungen geknüpft.
Wer frühzeitig die Qualifikationsanforderungen und Registrierungsverfahren beachtet – und seine Mitarbeitenden nach VDE 1000-10 fortbildet –, kann Projekte rechtssicher, effizient und ohne Verzögerung umsetzen. Die Rolle der Elektrofachkraft und ihre Kompetenzen sind in der EU und besonders in Deutschland klar geregelt – aber oft missverstanden. Unternehmen, die Wert auf rechtssicheren Betrieb legen, sollten die fachliche Unterstellung sauber klären, die Fachkunde regelmäßig aktualisieren und die Verantwortlichkeiten eindeutig zuweisen.
Unser kostenloses (WIRKLICH kostenlos, auch OHNE Emailadresse angebene zu müssen!) Paper “5 Dinge, über die Sie Klarheit haben müssen, bevor Sie Ihre Mitarbeiter für elektrotechnische Arbeiten qualifizieren und einsetzen.” ist hier erreichbar (klick).
Wenn Sie mehr über die unterschiedlichen Rollen, insbesondere die der EuP, EFK, EFKffT und besonders die der VEFK und deren Zusammenspiel wissen wollen, empfehle ich Ihnen unsere Publikationen, beispielsweise das Hörbuch „Die Verantwortliche Elektrofachkraft: VEFK-Struktur und Betriebliche Elektrosicherheit für Unternehmer, Fach- und Führungskräfte“. Informationen und Bezugsquellen finden Sie auf den gängigen Hörbuchportalen sowie auf der Homepage tcs-engineering.de
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