Hochvolt-Batterietechnik

Sicheres Arbeiten in Batteriefertigung

Bei arbeitsrechtlicher Sicherheit in der Batterieproduktion muss man zwei grundsätzliche Gefahren unterscheiden: Die chemischen Gesundheitsgefahren bei der Zellproduktion (geregelt in der DGUV Information 203-082) und die elektrischen Gefahren (Grundlegend nach der DGUV Vorschrift 3 zu betrachten).

Die gute Nachricht ist, dass diese beiden Gefahren selten am selben Point of Production vollumfänglich zu berücksichtigen sind. Dies liegt in der Natur der elektrochemischen Zellen: Einzelne Zellen haben zumeist Spannungen von unter 4 V, was keinerlei elektrische Gefahr mehr darstellt. Wenn die einzelnen Zellen in die Modulproduktion übergehen, wird wiederum nicht mehr mit möglicherweise gesundheitsschädlichen chemischen Stoffen gearbeitet werden.

Das heißt aber nicht, dass in der Batteriefertigung die Zellchemie keine Rolle mehr spielt, sie ist im Endeeffekt die Ursache für elektrische Probleme und kann im Brandfall wieder ein größere Rolle spielen.

Daher ist in der elektrotechnischen Sicherheit der Batterieproduktion eine Qualifizierung nach DGUV I 209-093 (ehemals DGUV I 200-005 / BGI 8686) zur Arbeit an Hochvoltsystemen gefordert, jedoch auf die Besonderheiten der Batterietechnik anzupassen. Hierfür sind wir als Experten für unsere Kunden aktiv. Wir bieten Ihnen sowohl Hochvolt-Schulungen für die Batterietechnik als auch Hochvolt-Schulungen für die Fahrzeugtechnik.

Elektrotechnische Arbeiten nach Arbeitsanweisung
Für elektrotechnische Arbeiten ist mindestens eine Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten (EFKffT) mit einer Hochvoltspezialisierung notwendig, diese wird auch als Fachkundige Person für Hochvoltsysteme (früher Fachkraft für Hochvoltsysteme (FfHV)) bezeichnet (Hochvolt-Schulung III). Die hierzu notwendige Grundqualifizierung umfasst je nach Zielgruppe eine Hochvolt-Schulung von 20, 48 oder 100 Stunden. Wir bieten diese Schulungen nach DGUV I 209-093 (ehemals DGUV I 200-005 / BGI 8686) Stufe 2E i.V.m. DGUV Vorschrift 3 für alle Zielgruppen auch für die Batterietechnik an; von elektrotechnischen Laien (100 Stunden nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E, Einstieg A) bis zu Elektroingenieuren (24 Stunden nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E, Einstieg C). Die FHV darf je nach Einstiegsqualifikation und Einschätzung durch den Arbeitgeber komplett eigenständig oder nach einer klaren Arbeitsanweisung (also nach Checkliste) sich wiederholende, definierte Tätigkeiten am HV-System unter vollständigem Berührschutz ausführen. Zu den Details beraten wir Sie gerne individuell nach Ihren Bedürfnissen. Die Arbeiten am HV-System dürfen nicht fortgesetzt werden, sobald eine nicht vorhergesehene Gegebenheit passiert oder aber von den Optionen der Arbeitsanweisung abgewichen werden müsste. Auch die Gefahr, versehentlich spannungsführende Teile oberhalb der zulässigen Berührspannung von 60 V (DC) schließt das Arbeiten der FHV bzw. EFK ohne die Zusatzqualifikation Arbeiten unter Spannung (AuS) aus. Da Batteriezellen der Natur gemäß nicht abgeschaltet werden können, ist beim Einsatz von Mitarbeitern ein Arbeits- und Qualifikationskonzept besonders wichtig, gerne beraten wir Sie hierbei.

Sicherheitsrelevanter Spannungsbereich
Unter Spannung darf dabei nicht gearbeitet werden. Unter Spannung arbeiten ist definiert als Arbeiten unter Spannung oberhalb der zulässigen Berührspannung. Im Fall der Hochvoltbatterie liegt die Grenze der zulässigen Berührspannung nach ECE R 100 bei 30 V Wechsel- und bei 60 V Gleichspannung. Arbeiten unter Spannung (AuS) darf laut § 8 DGUV Vorschrift 3 ausschließlich in besonderen Ausnahmefällen geschehen und ist von besonders qualifizierten und durch die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen G 25 nach DGUV Vorschrift 2, DGUV Regel 103-011 Punkt 3.2.1 gesundheitlich unbedenklich bescheinigten Elektrofachkräften sorgfältig durchzuführen. Dabei ist die unbedingte Notwendigkeit der Arbeiten unter Spannung samt Begründung, warum nicht im spannungsfreien Zustand gearbeitet werden kann, nachzuweisen, die Arbeitsanweisung zwingend schriftlich zu geben und sauber zu dokumentieren. Das Arbeiten unter Spannung nach § 8 DGUV Vorschrift 3  ist vom Arbeiten in der Nähe aktiver Teile nach § 7 DGUV Vorschrift 3  zu unterscheiden!

KURSANGEBOT

Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 1E i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
(Hochvolt-Batterie-Schulung II)
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, ggf. als Webinar (Onlineschulung)
Zielgruppe: Mitarbeiter, welche nichtelektrotechnische Arbeiten sowie Arbeiten im elektrotechnischen Kontext (wie Betreten der Batterieproduktion, z.B. durch Logistiker) durchführen.
Umfang: Vier Unterrichtseinheiten
Preis ab 1.392,- EUR ( = 196,- EUR bis 348,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen, Erfolgskontrolle und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

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Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E, Einstieg A  i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
(Hochvolt-Schulung III a)
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, teilweise ggf. als Webinar (Onlineschulung)
Zielgruppe: Mitarbeiter mit Berufsausbildung und Tätigkeit im Kraftfahrzeugkontext ohne elektrotechnische Vorkenntnisse.
Umfang: 10 Tage in zwei Wochen.
Mindestteilnehmerzahl: 4
Preis ab 10.400,- EUR ( = 1.463- EUR bis 2.600,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen, Prüfung und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

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Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E Einstieg B i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
(Hochvolt-Batterie-Schulung III b)
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, ggf. in Teilen als Webinar (Onlineschulung)
Zielgruppe: Mitarbeiter mit Berufsausbildung und Tätigkeit im Kraftfahrzeugkontext mit elektrotechnischen Vorkenntnissen.
Umfang: Fünf Tage in einer Woche.
Mindestteilnehmerzahl: 4
Preis ab 6.880,- EUR ( = 968,- EUR bis 1.720,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen, Prüfung und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

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Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E Einstieg C i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
(Hochvolt-Batterie-Schulung III c)
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, ggf. in Teilen als Webinar (Onlineschulung)
Zielgruppe: Mitarbeiter mit elektrotechnischer Berufsausbildung und Berufserfahrung.
Umfang: drei Tage.
Mindestteilnehmerzahl: 4
Preis ab 4.200,- EUR ( = 590,- EUR bis 1050,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen, Prüfung und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

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Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 3E i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, ggf. in Teilen als Webinar
Zielgruppe: Mitarbeiter mit vorhandener Qualifizierung nach DGUV I 209-093 Stufe 2E oder nach der alten Qualifizierung DGUV I 200-005 Stufe 2b oder 2c
Umfang: Drei Tage
Mindestteilnehmerzahl: 4
Preis ab 4.620,- EUR ( = 649,- EUR bis 1155,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

Anfragen

Qualifizierung nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E Einstieg C und Stufe 3E i.V.m. den Besonderheiten der Batterietechnik
Seminarart: Inhouse bei Ihnen, ggf. in Teilen als Webinar
Zielgruppe: Mitarbeiter elektrotechnischer Qualifikation (z.B. Elektroingenieure, Elektrofachkräfte anderer Fachgebiete)
Umfang: fünf Tage
Mindestteilnehmerzahl: 4
Preis ab 8.400,- EUR ( = 1180,- EUR bis 2.100,- EUR pro Teilnehmer)
Seminarunterlagen und Zertifikate inklusive
Angebotene Unterrichtssprachen: Deutsch, Englisch, Slowakisch, Norwegisch (bei weiteren Sprachen gerne mit erfahrenen Dolmetschern)

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Hochvolt System

Fachkundig unterwiesene Person in der Batterietechnik

Alle Mitarbeiter, die in Entwicklung, Produktion oder Reparatur in der Hochvolt-Batterietechnik im nichtelektrotechnischen Bereich arbeiten, benötigen eine Hochvoltsensibilisierung zur Ernennung zur Fachkundig unterwiesenen Person (FuP) nach Stufe 1E der DGUV Information 209-093, DGUV Vorschrift 3 (Hochvolt-Schulung I bzw. II). Durch die Unterweisung sollen Mitarbeiter im Umgang und Gefahren der Hochvoltsysteme  sensibilisiert werden, um sicher vor Ort arbeiten zu können. Mitarbeiter sollen mögliche Gefahrenquellen und Situationen kennen, aber auch mit den Kennzeichnungen der Hochvoltkomponenten vertraut sein. Egal ob der externe Lieferant der “nur” eine Palette Schrauben liefert, Servicedienstleister für die KUKA-Roboter vor Ort oder die Reinigungskräfte die nach Feierabend durchwischen; sie alle müssen im Umfang von mindestens vier Unterrichtsstunden geschult werden.

Hochvolt Kennzeichnung

Fachkundige Person für Hochvoltsysteme (FHV) in der Batterietechnik

Für alle Arbeiten an der nicht-eigensicheren Batterie (etwa in der Montage), muss mindestens zur Fachkundigen Person für Hochvoltsysteme (FHV) nach DGUV Information 209-093 Stufe 2E, DGUV Vorschrift 3 (Hochvolt-Schulung III) qualifiziert sein. Der Fokus der Unterweisungsintention liegt auf dem für sich und andere sicheren Durchführen der übertragenen elektrotechnischen Tätigkeiten am Hochvoltfahrzeug. Dabei werden nicht lediglich funktionale Informationen vermittelt, sondern auch das Grundverständnis elektrotechnischer Begrifflichkeit, Wirkungsweise und Gefahren vermittelt. Je nach stets zu berücksichtigender Vorbildung muss diese Schulung einen Umfang von 3 bis 10 Tage umfassen. Bitte beachten Sie hierzu aber auch die Abgrenzung zum Arbeiten unter Spannung nach DGUV Information 209-093 Stufe 3E.

Wir helfen gerne weiter bei Ihren Fragen zu unseren Leistungen

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