BB, BFK, BE: Die Anforderungen von OEMs und Großkunden beim Umgang mit Hochvolt-Batterien scheint für viele Partner zusammen mit deren Verbreitung in Fahrzeugen und industriellen Anwendungen ebenso zu wachsen, wie auch die Verantwortung derjenigen, die mit diesen Energiespeichern arbeiten: Egal ob in Produktion, Entwicklung Montage oder Logistik. Begriffe wie Batteriebefundung (BB), Batteriefachkraft (BFK) und Batterieexperte (BE) tauchen dabei immer häufiger auf – doch was genau unterscheidet sie voneinander?
Batteriebefundung – die Grundlage für die Batteriefachkraft
Die Batteriebefundung ist ein eintägiger Kurs, der das Fundament für alle weiterführenden Qualifizierungen im Batteriebereich bildet. Hier werden die thermischen und thermochemischen Gefahren einer Batterie detailliert behandelt – also jene Aspekte, die über die rein elektrische Sicherheit hinausgehen.
Teilnehmende lernen, Batterien fachgerecht zu beurteilen, insbesondere im Hinblick auf Transportfähigkeit und mögliche Risiken nach mechanischer Beschädigung. Damit ist die Batteriebefundung die unverzichtbare Basis, um später als Batteriefachkraft tätig werden zu können. Der Inhalt steckt im Name: Es geht um die Befundung, also fachliche Beurteilung, der Batterie auf ihren Zustand hin.
Batteriefachkraft – Entscheidungskompetenz im Umgang mit Batterien
Wer zur Batteriefachkraft qualifiziert werden möchte, absolviert einen zusätzlichen Kurstag. Zusammen mit der Batteriebefundung ergibt sich also ein zweitägiger Lehrgang, der auf fundiertem Vorwissen aufbaut – Entweder direkt als zweitägiger Batteriefachkraft-Kurs oder als einzelner Schulungstag oben auf.
Voraussetzung ist zudem eine Qualifizierung zur FHV nach DGUV Information 209-093 (Fachkundige Person für Arbeiten an Hochvolt-Systemen) der Stufe 2E. Erst mit dieser Vorqualifikation kann eine Person überhaupt Batteriefachkraft werden.
Die Batteriefachkraft verfügt anschließend über das Know-how und die Kompetenz, um Batterien sicher zu beurteilen – insbesondere darüber zu entscheiden, ob eine Batterie in Ordnung (i. O.) oder nicht in Ordnung (n. i. O.) ist. Allein für die Fach- und Sachgerechte Bearbeitung von HV-Batterien in der Logistik sind somit Batteriefachkräfte erforderlich. Sie bildet damit das entscheidende Bindeglied zwischen technischer Analyse und betrieblicher Entscheidung.
Batterieexperte – die höchste Stufe der Fachkompetenz
Der Batterieexperte geht noch einen Schritt weiter. Er oder sie kann nicht nur befunden – also die Batterie fachlich bewerten, ob eine Batterie in Ordnung ist (i.O. und n.i.O.), sondern auch wie mit einer defekten oder auffälligen Batterie weiter zu verfahren ist.
Diese Rolle erfordert ein adäquates Verständnis für nicht nur die elektrischen Gefahren (durch die FHV) sondern auch chemischen und thermischen Gefahren (durch die BFK und den BE). Dabei geht es gerade und sicherheitstechnische Zusammenhänge sowie praktische Erfahrung im Umgang mit unterschiedlichen Batterietypen. Batterieexperten sind daher in vielen Fällen zentrale Ansprechpartner bei Fragen zur Gefährdungsbeurteilung, Lagerung, Entsorgung oder Wiederverwendung von Batterien.
Warum ist im TCS-Katalog nur die Batteriebefundung zu finden, obwohl TCS sowohl Batteriebefundung als auch die Batteriefachkraftschulung anbietet?
Die Technology Consulting Solutions GmbH beschäftigt eigene Batterieexperten und bietet auch die vollständige Schulung zur Batteriefachkunde an.
Im öffentlichen Schulungskatalog findet sich jedoch ausschließlich die Batteriebefundung. Der Grund: Für die Qualifizierung zur Batteriefachkraft ist detailliertes Hintergrundwissen zur jeweiligen Batterie erforderlich – Informationen, die nur der Kunde selbst bereitstellen kann und muss.
Dieses Wissen ist in vielen Fällen vertraulich und wird erst nach Vertraulichkeitsvereinbarungen (NDA) geteilt. Einige Unternehmen übernehmen daher den zweiten Teil der Ausbildung intern oder lassen ihn nach Abschluss entsprechender Vereinbarungen durch TCS durchführen.
Mit der Aufnahme der Batteriebefundung in den Katalog bleibt TCS seiner Linie treu: Nur das anzubieten, was ohne Einschränkungen und in höchster Qualität umgesetzt werden kann.
BB, BFK & BE-Kompetenzaufteilung auf einen Blick
| Qualifikation | Stufe | Kompetenzschwerpunkt | Typische Aufgabe |
| Batteriebefundung | Grundlage zur Befundung | Grundlagen, thermische und chemische Risiken | Vorbereitung auf Beurteilung der Batterie auf Transportfähigkeit und Zustand |
| Batteriefachkraft | Praktische Befundung | Entscheidungskompetenz, i. O./n. i. O.-Bewertung | Beurteilung der Batterie auf Transportfähigkeit und Zustand und Dokumentation des Batteriezustands |
| Batterieexperte | Entscheidung | Weitergehende Expertise und Einzelfallbezogene Entscheidungskompitenz | Entscheidung über weitere Maßnahmen bei defekten Batterien |
Fazit
Die Batteriebefundung bildet die Grundlage, die Batteriefachkraft die entscheidende Instanz – und der Batterieexperte schließlich das höchste Kompetenzniveau im Batteriebereich.
Wer im Umfeld von Hochvolt-Systemen arbeitet, trägt Verantwortung für die Sicherheit von Mensch, Umwelt und Betrieb. Eine solide Ausbildung – etwa über die Batteriebefundung sowie der Fachkundigen Person für Hochvolt bei TCS – ist dafür der erste Schritt.
PS: Unsere Empfehlung hierzu: Unser kostenloses (WIRKLICH kostenlos, auch OHNE Emailadresse angebene zu müssen!) Paper “6 Dinge, die Sie über die Hochvoltqualifizierung Ihrer Mitarbeiter im Voraus wissen müssen” ist hier erreichbar (klick).
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